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PELLET-MOBIL - Funktionsbeschreibung

 

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Das „Pellet-Mobil“ ist eine mobile Pelletieranlage womit alle Arten von trockenem Stroh, Heu, Grünpflanzen und Biomasserückstände zu Pellets verarbeitet werden können. Sie wird vorwiegend für das Pelletieren von Stroh und Heu aber auch für Gärsubstratrückstände, wie z.B. Biogasanlagen-Feststoffrückstände, Biertreber und Alkoholschlempe, sowie für Sonnenblumenschalen, Ölkuchen und Mühlenabfälle eingesetzt.
Für die Verarbeitung obiger Biomassen wird das „Pellet-Mobil“ zum entsprechenden Einsatzort gebracht, wo die zur Verfügung stehende Biomasse zu Futtermittel- oder Heizpellets verarbeitet wird. Beim typischen Fall der Heupelletproduktion werden Heuballen zu „Grünpellets“ verarbeitet, die als Basisfutter für Wiederkäuer eingesetzt werden. Ebenso kann man aus Strohballen „Strohpellets“ herstellen, die sowohl als Festbrennstoff, als Futtermittelzusatz wie auch als keimfreier Einstreu für Stallungen und für die Pilzzucht verwendet werden. Als Einstreu eingesetzt, haben Strohpellets gegenüber Stroh den Vorteil, dass 4 mal mehr Flüssigkeit aufgenommen werden kann; die Strohpellets komplett keim- und pilzfrei sind und somit ein gesunderes Stallklima garantieren; leichter auszutragen sind und sich im Gemisch mit den Tierausscheidungen sowohl als Naturdünger als auch als Gärsubstrat für Biogasanlagen leichter zersetzten.

Allgemeiner Verarbeitungsablauf

Am Einsatzort wird das „Pellet-Mobil“ aufgestellt, das Aufnahmeband mit Kratzbodenförderer ausgefahren, die Motoren-Generatorenanlage zwecks Bereitstellung der Energie hochgefahren und das Abbunker-Förderband an einem daneben stehenden Anhänger oder Container für die Pelletaufnahme angeschlossen. Die Heu- oder Strohballen werden mit einem Trecker oder Gabelstapler auf das Aufnahmeband gelegt, welches sie in den Ballenauflöser fördert. Dieser zerkleinert und zerhackt sie in kleine Partikel, wonach sie mittels eines Absauggebläses durch eine Steinschleuse und Metallabscheider in eine Hammermühle gesaugt werden. Hier werden die Halme zu kleinen Partikel von 2 – 5 mm gemahlen, wonach sie mit einem Schneckenförderer in einen beheizten Konditionierer gefördert werden. In diesem wird das Mahlgut mit Wasserdampf und Hitze konditioniert und mittels zweier Paddelrührwerke vermischt. Mittels einer drehzahlgeregelter Dosierschnecke wird das konditionierte Mahlgut in eine Ringmatrizen-Pelletpresse eingebracht, wo es zu Pellets verpresst wird. Die noch warmen Pellets werden danach in einem Gegenstromkühler auf Umgebungstemperatur gekühlt und über ein Transportband in einem, neben der Maschine stehenden Abtransportmittel (Anhänger, Container, Big-Bags oder Silofahrzeug) abgefüllt. Schüttgut, wie z.B. getrocknetes Gärsubstrat, Sonnenblumenschalen, Ölkuchen etc… wird in den Auffangbehälter des Aufnahmebandes entleert, wonach es den gleichen Prozess durchläuft wie auch das Heu bzw. das Stroh. Das „Pellet-Mobil“ kann auch für die Pelletierung der getrockneten Mais- und Sonnenblumenstengel eingesetzt werden. Hierfür muss das Häckselgut direkt in den Aufnahmebehälter des „Pellet-Mobil“ geblasen oder entleert werden. Dafür kann das „Pellet-Mobil „ optional mit einem 25 m³ Aufnahme-Hubbunker ausgestattet werden.

Beschreibung eines typischen Vorganges zur Herstellung von „Grünpellets“ aus Gras- oder Luzerneheus

Das Gras bzw. die Luzerne wird mit entsprechenden Mähanlagen gemäht und zum Nachtrocknen auf dem Feld gelassen. Zur besseren Trocknung muss es gewendet werden. Danach wird es zu Schwaden gelegt und mit einer, mit einem Pick-Up Vorsatz ausgestatteten Ballenpresse zu Rund- oder Rechteckballen gepresst. Diese werden vom Feld zusammengetragen und trocken eingelagert. Nach einem entsprechend festgelegten Programm, kommt man mit dem „Pellet-Mobil“ zum Einlagerungsort der Heuballen (dies kann auch im Winter sein), wo dann aus den Heuballen „Grünpellets“ hergestellt werden.

Beschreibung eines typischen Vorganges zur Herstellung von „Biomassepellets“

Das getrocknete Gärsubstrat wird entweder per Förderband oder per Wechselcontainer in den Aufnahmebunker des „Pellet-Mobils“ gefördert bzw. geleert von wo es mittels eines Fördergebläses oder Schneckenförderer in die Hammermühle gefördert wird. Hier wird es auf gleichmäßige Partikel vermahlen und über einen beheizten und mit Dampf bestückten Konditionierer in die Pelletpresse gefördert. Hier werden die Gärsubstratrückstände zu Biopellets verpresst, wonach sie auf ein Förderband fallen, welches sie über einen Gegenstromkühler und Abbunkerungs-Förderband in einem, neben der Anlage stehenden Container abfüllt.

Effektive Wirtschaftlichkeit

Die Leistung des „Pellet-Mobils“ liegt zwischen 2,5 – 3 t Pellets pro Stunde. Bei 4.000 Betriebstunden im Jahr können so zwischen 10.000 – 12.000 t Pellets hergestellt werden. Dies stellt, je nach Anbauart und Pflanzensorte eine Anbaufläche von 2.000 – 4.000 ha dar. Da solche großen Anbauflächen meistens nicht zusammenhängend anzutreffen sind, und der Transport von Heu- und Strobballen aufgrund ihres relativ geringen Gewichts teuer ist, ist dafür eine mobile Pelletieranlage die beste Lösung. Sie wird dorthin gebracht, wo sich das Rohmaterial (Heu und Stroh) befindet. Dies gilt auch für Gärsubstratrückstände. Im getrockneten Zustand haben diese ein Schüttgewicht von ca. 80 kg/m³. Eine Zwischenlagerung im feuchten Zustand ist nicht möglich, weil die Masse verschimmeln würde. Der Transport zu einem zentralen Lager, wo das feuchte Gärsubstrat getrocknet und verpresst werden sollte, ist wirtschaftlich unvertretbar, da man 65 – 70 % Wasser transportieren würde. Demnach ist als Lösung lediglich eine Trocknung und Kompaktierung am Gestehungsort zu empfehlen.


Wie bereits erwähnt, können mit dem „Pellet-Mobil“ auch Getreide- und Öhlmühlenrückstände pelletiert und mit den „Grünpellets“ zu wertvollen Protein- und Mineralhaltigen Mischfutter vermischt werden. Durch die Beimischung von Strohoder Sonnenblumenschrotpellets gelangen so auch Ballaststoffe ins Futter, die vor allem für Wiederkäuer erforderlich sind.

Die mit dem „Pellet-Mobil“ produzierten Stroh- und Biopellets können in Bioheizanlagen wie auch in vorhandenen Kohlekraftwerken als Substitutionskraftstoff für die Reduktion der fossilen CO2-Emissionen eingesetzt werden.